Schriftzug: LebensArt. Im wahren Land der 1.000 Berge

02. - 04.  September 2016 - Bödefeld Delikat

Herzlich Willkommen im Naturdorf Bödefeld

Geschichte des Verkehrsvereins Bödefeld Freiheit und Land

Gebiet der Ferienregion Bödefeld
Postkarte von 1904
Erste Verbindung von Bestwig nach Bödefeld...
.... später fuhr ein Bus
Sommerfrischler
Gäste vor Gasthof Fehr
Schwimmbad Bödefeld

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in der sogenannten „Gründerzeit", schritt als Folge der Industrialisierung die Verstädterung und Naturentfremdung der Bevölkerung rasch voran. Als Reaktion entstand in weiten Kreisen der Wunsch zum Wandern und Spazierengehen in der freien Natur, verbunden mit dem Bestreben, die Städte und Dörfer sowie ihre nähere Umgebung zu verschönern. So bildeten sich vielerorts Verschönerungsvereine, aus welchen überwiegend die Gebirgs- und Wandervereine hervorgingen.

Bis ins Jahr 1891 dauert die Frühgeschichte des sauerländischen Tourismus. Sie ist bestimmt von Eigeninitiativen einzelner Gastwirte. Man erkannte auch bald die Wichtigkeit von Werbemaßnahmen durch Reiseführer und in Anzeigen.

So wirbt der Gasthof Mathias Schmidt (später Meschede-Deerberg) in Bödefeld mit der geringen Entfernung von den Bahnstationen Bestwig und Nuttlar, die nur drei Stunden entfernt lägen, „und der Kahle Asten ist in 2 Stunden", natürlich gleichfalls per Schusters Rappen, „auf romantischem Wege"zu erreichen".

Kurz vor der Jahrhundertwende erlebte auch die Freiheit Bödefeld stark die Entwicklung des aufkommenden Fremdenverkehrs. Die ersten „Sommerfrischler" kamen in den Jahren um 1885/1890.

Nur einige wenige erhaltene Zimmerbestellungen, Rechnungen, Post- oder Ansichtskarten zeigen, das um diese Zeit bereits Fremdenverkehr hier herrschte.

Währen früher kaum jemand wagen mochte, in das raue Bergland zu reisen, stieg die Zahl der Besucher durch den Ausbau der Eisenbahnstrecken Wennemen – Altenhundem und Bestwig – Winterberg ständig an. Hiervon profitierten besonders unsere Nachbarn aus dem Winterberger Raum, die bereits in den Wintermonaten durch Sportanlagen, wie Rodelbahnen und kleine Sprungschanzen sowie Wettkämpfen von sich reden machten. Sicher hat der eine oder andere Wandersmann bei seinen Ausflügen die Reize des kleinen Ortes Bödefeld kennengelernt und seinen Urlaub dorthin geplant. Hinzu kam, dass der Bau der Wasserleitung 1895 – 1897 die Beherbergung der Gäste erleichterte. Zwar war die Kapazität der Betten noch sehr gering – es mögen kaum 30 Betten gewesen sein. Unterkunft gewährten die Gasthöfe bzw. Wirtschaften in Bödefeld : Fehr, Albers-Schmies, Pieper-Kramers, Köster und M. Schmidt (später Meschede). Elektrisches Licht kam 1911; Telefon schon 1897.

Große Ansprüche hatte der damalige Gast nicht. Der Wald mit – seit 1891 – bereits markierten Spazierwegen, die gute Luft, Einsamkeit und Ruhe sowie ein gut bürgerlich-derbes Essen waren die Anziehungspunkte, die den Gast immer wieder hierher führten.

In den Jahren nach dem 1. Weltkrieg trugen besonders die Bestrebungen des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) wesentlich dazu bei, auch dem Sauerland wieder einen Platz an der Sonne, der ihm gebührte, zu verschaffen. In Bödefeld stieg die Zahl der Besucher beständig an. Entsprechende Werbemaßnahmen, die von der damaligen Gemeindeverwaltung rege betrieben wurden, lassen sich beweisen. Die hiesige SGV-Abteilung hielt es darüber hinaus für eine wichtige Aufgabe, ein Netz von Wanderwegen anzulegen, auf denen auch der Ortsunkundige mit aller Sicherheit seinen richtigen Weg finden konnte.

Doch ohne die modernen Verkehrs- und Transportmittel wäre ein Anstieg des Fremdenverkehrs nicht möglich gewesen. Bis 1926 gab es noch die Pferdepost, die höchstens zweimal am Tage zwischen Bestwig und Fredeburg verkehrte. Die Kutsche, die höchstens vier Fahrgäste befördern konnte, war meist mit sechs bis acht Personen überbesetzt. Die Bödefelder Bauern verdingten sich - falls ein entsprechendes Fuhrwerk vorhanden – als Hauderer. (Siehe Buchung von 1896). Im Jahre 1926 wurde die Postkutsche durch einen Postbus ersetzt.

Der im Jahre 1931 gegründete Verkehrsverein, entstand ebenfalls auf Initiative des SGV.

 
Im Gemeindeprotokoll vom 3. Dezember 1931 hieß es:
 
„Auf Antrag wird dem neu gegründeten Verkehrsverein Bödefeld eine einmalige Unterstützung von 40,-RM bewilligt. Dieser Betrag ist vom Verein zur Abführung an denWestfälischen Verkehrsverband und den SGV-Verband Hunau-Wilzenberg vorgesehen."
 
Der Monatsbeitrag betrug für Gastwirte 1,- RM und für Gewerbetreibende 2,- RM pro Jahr. Darüber hinaus wurde eine Kurtaxe erhoben.

Eine wesentliche Einnahmequelle waren zu Beginn der Gründung die Erträge aus dem 1932 neuerbauten Schwimmbad, welches von den Gastwirten und übrigen Mitgliedern teils in Eigenleistung errichtet wurde und bis 1949 bestand. Die Ausgaben des Verkehrsvereins flossen meist an Handwerker und Hilfskräfte, für die Anschaffung von Bänken, Pflege von Wegen sowie für Werbemaßnahmen.

Die meisten Häuser waren 1945 durch Kriegseinwirkung zerstört, eine wesentlich Vergrößerung der Gasthöfe und Beherbergungsbetriebe. Die Entstehung der rasch anwachsenden Pensionen und Ferienwohnungen machten Bödefeld schnell wieder zu einem anerkannten Ferien- und Erholungsort.

Das Angebot für die Gäste vergrößerte sich ständig. So entstanden neue Freizeitangebote: Hallenbad, Minigolfanlage, Tennisplätze, Parkanlagen mit Wassertretbecken und nicht zuletzt für die Wintersaison der Kreuzberglift und das Skigebiet Bödefeld Hunau, sowie in Gellinghausen der Lift an der Hohen Lied und gepflegte Langlaufloipen.

Der 2. Weltkrieg stoppte den Aufwärtstrend des Fremdenverkehrs. Doch brachte der Wiederaufbau,Heute ist der Verkehrsverein zu einer notwendigen und lebenswichtigen Einrichtung geworden. Er vertritt die Interessen der ehemaligen Gemeinden Bödefeld Freiheit und Land, mit den dazu gehörigen Dörfern Osterwald, Gellinghausen, Westernbödefeld, Brabecke, Walbecke und Bödefeld.

 

Anfrage aus dem Jahr 1896
Anfrage aus dem Jahr 1896

Zimmerbestellung aus dem Jahre 1896

bei Gastwirt Pieper genannt Gottmann, später Gasthof Fehr 

Wanne 23.7.96

Sehr geehrter Herr Pieper Gastwirt Bödefeld!

Wie Ihnen schon durch Herrn Lehrer Lange mitgeteilt ist, betreffs meiner Tochter nebst noch 2 anderen Freileins, dass dieselben einige Wochen dort zur Gesundheit bleiben wollen, so benachrichtige ich Sie, dass dieselben möchten Dienstag den 28ten Juli morgens 11 Uhr in Pestwig-Nuttlar ankommen.

Sie wollen die Güte haben, und einen Wagen von Bödefeld bestellen bei Herrn Volmer gent. Kosmes, Hauderer, welcher voriges Jahr die Familie Lange nach Pestwig zurück gebracht hat. In vorstehender Erwartung begrüßt Sie

Hochachtungsvoll J. Rietmüller und Tochter Toni

Vermerk auf dem Seitenrand:
das jeder ein Schlafzimmer hat, ist nicht erwünscht.